Der Chaco in Kurzform

An dieser Stelle möchten wir Ihnen den Gran Chaco vorstellen. .

 

Der Gran Chaco, übersetzt "große Ebene der Jagd", erstreckt sich vom Bergland von Chiquitos (Bolivien) im Norden bis zur Sierra de Córdoba

Chacokarte (Argentinien) im Süden und von den Flüssen Paraguay und Paraná im Osten bis zum Fuße der Anden im Westen, ein Gebiet von rund 1 Million qkm. Die Andenflüsse Pilcomayo und Bermejo unterteilen den Gran Chaco in drei Großlandschaften: den Chaco Boreal (Paraguay - Bolivien) im Norden, den Chaco Central (Argentinien) zwischen Pilcomayo und Bermejo und den Chaco Austral (Argentinien) im Süden.



Der Chaco Boreal, in seinen natürlichen Grenzen ein Gebiet von rund 300.000 qkm, war bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts ein unbekanntes Gebiet. In dem weiten Raum, der von Europäern ängstlich gemieden wurde, lebten weit zerstreut in kleine Sippen aufgeteilte Indianerstämme.


Indianerhuette

Die politische Zugehörigkeit des Chaco Boreal war bis 1938 strittig; denn sowohl Paraguay als auch Bolivien beanspruchten diese Gebiet. Erst der Chacokrieg (1932 - 1935) und der Friede von Buenos Aires 1938 klärten die Grenzfrage. Paraguay blieb mit 250.000 qkm im Besitz des größten Teiles.



Haben Sie Interesse am Chacokrieg.htm
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Boa Einen großen Anteil an der Erschließung des Chacos haben die Mennoniten. 1926 wurde die Kolonie Menno gegründet, deren damalige Einwohner aus Glaubensgründen ein neues Land suchten. Der damalige Präsident Paraguays Eligo Ayala siedelte die Landsuchenden mit ihren religiösen Ansprüchen als Pilotprojekt im Chaco an. Zu dieser Zeit gab es in diesem Gebiet ca. 400 Indianer. Erst durch die Ansiedlung der Mennoniten und damit der Arbeitsmöglichkeiten, Essen und Kleidung, erhöhte sich die Zahl der Indianer auf die heutige Anzahl von ca. 20 - 25 000.


Chaco Paraguayo

Chaco - Karte Click

Der Chaco ist eine gewaltige, faszinierende Landschaft mit noch weiten, unberührten Gebieten. Er erstreckt sich von der Stadtgrenze Asuncións bis zur bolivianischen Grenze und weist dabei einen Höhenunterschied von 50 Metern über


Bolsa dem Meeresspiegel auf (Asunción bis 450 Meter über dem Meeresspiegel). Auf 24 Millionen Hektar Land wohnen rund 100 000 Menschen, das entspricht ca. einer Person pro qkm Land. Große Teile des Chaco sind noch nicht erschlossen, doch die Viehwirtschaft findet auf weiten Landstrichen ideale Bedingungen vor. Der Chaco wird lediglich von einer Asphaltstraße, der Ruta 9, benannt nach Carlos A. Lopez, durchzogen.

Colonisierung des Chacos

Im Jahre 1535 durchquerte als erster Europäer Alejo Garcia (Spanier) mit einer Gruppe von Gefährten und Indianern zu Fuß den Gran Chaco. Sie waren auf dem Weg nach Peru, um das El Dorado zu finden. Über die Durchquerung des Gebietes mit seinen Strapazen und Entbehrungen liegen keine Berichte vor. Gerüchten zu Folge kehrte er nach ca. 2 Jahren mit


Bromelo einem großen Schatz aus Peru zurück, wurde dann aber im Chaco aus nicht bekannten Gründen von Indianern ermordet. Die ganze Expeditionsgesellschaft gilt als verschollen, nach dem Gold wird heute noch gesucht.

Um die Jahrhundertwende (1900) erfolgte der erste Kolonisationsversuch des Gran Chaco durch 2000 französische Landsleute. Sie siedelten sich an der Stelle des heutigen Villa Hayes an, das ca. 30 km von Asunción entfernt am westlichen Ufer des Paraguayflusses liegt. Diese Kolonisten gaben aber bereits nach einigen Jahren ihren Versuch auf, da es nach ihrer Ansicht und ihren Erfahrungen für Europäer im Gran Chaco keine Überlebenschance gab.

Im Jahre 1921 begleitete Fred Engen (ein in Paraguay ansässiger Deutscher) eine Expeditionsgruppe, bestehend aus 5 Mennoniten aus Kanada, um erneut den Gran Chaco zu erkunden. Sie suchten geeignetes, abgelegenes Land, wo sie mit ihrer Glaubensgemeinschaft weltabgelegen in Frieden leben konnten. Zuerst fuhr die Gruppe mit einem


Concienciación Flußdampfer bis hoch in den Norden auf dem Paraguayfluß. Danach benutzten sie eine 145 km lange Schmalspurbahn (heute schon lange nicht mehr in Funktion) bis tief in das Herz des Gran Chaco. Dann weiter in Richtung Westen mit Ochsenkarren, bis zu dem Gebiet der heutigen Kolonien. Wege gab es keine, nur undurchdringlichen Chacobusch, der mit Buschmessern (Machete) geschlagen werden mußte.

Der holländische Antropologe Hack sagte bereits in den 50er Jahren: "In 25 Jahren gibt es im Gran Chaco keine Weißen mehr, bestenfalls nur noch weiße Indianer." Er hat sich geirrt. Heute ist der zentrale Chaco eines der blühensten Gebiete Paraguays, mit vielfältiger Produktion von landwirtschaftlichen Artikeln. Heute leben ca. 14 000 Menschen europäischer Abstammung in der angeblich unbesiedelbaren Zone der "Grünen Hölle".


Unterteilungen

Der Untere Chaco (Chaco Bajo) westlich von Asunción, den Fluß Rio Paraguay überquerend. Weite Flächen mit Palmenhainen, die sehr häufig überschwemmt sind. Beeindruckend sind die riesigen Estancias, auf denen Vieh aufgezogen und gemästet wird.


Indianerfrau Das Vieh besteht zum größten Teil aus "Buschrassen", wird aber inzwischen von vielen Estancieros mit Cebu-Braman- oder Hereford-Zuchttieren verbessert.


Der Mittlere Chaco (Chaco Medio) beherbergt die Mennonitenkolonien Menno, Fernheim und Neuland. Die Vegetation in der leicht hügeligen Landschaft des Mittleren Chaco ist eine Mischung aus Hartholzbäumen und Kakteen.; Charakteristisch für diesen Teil des Chaco sind die Flaschenbäume Palo-Boracho.jpeg mit einem birnenförmigen, wasserhaltigen Stamm, sowie der Quebracho.jpeg, aus dessen Holz Gerbsäure gewonnen wird.

Der Hohe Chaco (Chaco Alto) besteht aus dichten, niedrigen Wäldern, einer undurchlässigen Barrikade aus


Maria feuerfesten Dornen und harten Stacheln. Hitze und Trockenheit erschweren die Lebensbedingungen. Je näher man der bolivianischen Grenze kommt, desto niedriger und dichter wird der Bodenbewuchs durch Kakteen, die sogar die wenigen Büsche überwuchern. Die Temperatur im Hochsommer steigt nicht selten auf 45 Grad.


Indianer im Gran Chaco:


Careta

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       Friedhelm Angersbach