Informationen - Januar 2006

 

 

GESAMTWIRTSCHAFT, ARBEIT, LÖHNE, PREISE,
ÖFFENTLICHE FINANZEN, AUSSENHANDEL

 

02a Die Inflation zieht an. Mit einer Rate von 1,7 % im November 05 scheint die Zeit der Geldwertstabilität zu Ende zu gehen. Für die letzten 12 Monate macht die Inflation nunmehr 12,3 % aus. Gleichzeitig zeigt sich der Auβenwert der Landeswährung erstaunlich stabil. Das dürfte sich aber nun ändern. Ein künstliches Festhalten an einem billigen Dollar würde die Importe begünstigen. Die gestiegene Inflation erleichtert so manches Geschäft, reduziert aber die Kaufkraft Jener, die feste Einnahmen haben. Fachleute wollen wissen, dass die Zentralbank schuld an der steigenden Inflation ist, weil Geld über das Wirtschaftswachstum hinaus gedruckt wird. Zwei Gründe dafür: die jetzige  Regierung macht jetzt schon Werbung für ihre Wiederwahl, was laufende Wahlgeschenke bedeutet; die Zentralbank hatte Jahre lang eine schwarze Kasse, aus der sich nicht nur die Funktionäre bedienten, sondern mit der auch Sonderausgaben der Machthaber bestritten wurden. Die Vorlage eines um G 1 Billion defizitären 2006-Staatshaushaltes durch das Parlament, in dem sich vor allem die Abgeordneten bedienen, wird die Geldentwertung noch beschleunigen. Man tut gut daran, sich in Guarani zu verschulden und Dollar zu sparen. Die Zentralbankchefin Monica Perez weist darauf hin, dass laut Gesetz die Zentralbank mit etlichen Behörden gemeinsam die Geld- und Zinspolitik zu formulieren hat, für deren Durchführung sie dann allein verantwortlich ist. Auch seien die Kosten für die Geldpolitik in den Staatshaushalt aufzunehmen. Es dürfe keinen Parallelhaushalt in der Bank geben. Perez versucht nun, der inflationären Tendenz zu begegnen. 06a.

 

16u Das Wirtschaftswachstum wird 2005 3 % betragen, so das wichtigste lateinamerikanische Institut für Wirtschaftsforschung Cepal mit Sitz in Santiago de Chile. 2004 seien es 3,8 % gewesen, so der Bericht. Der Rückgang habe seine Ursache in der kleinen Sojaernte. Für 2006 wird mit einem ähnlichen Wachstum wie 2005 gerechnet. Die Arbeitslosenrate sei von 14 auf 12 % gefallen. Die Inflation werde von 2,8 % 2004 auf 11,5 % steigen. Die Exporte werden 2006 wegen einer besseren Sojaernte steigen. 2005 haben sie sich auf Grund der guten Entwicklung bei Fleisch gehalten. Die Zentralbank teilt die Meinung des Cepal zur Inflation nicht; sie rechnet mit 13,5 % für das Jahr 2005. 08u.

 

07u Die Interamerikanische Entwicklungsbank beziffert die Höhe der Überweisungen von Paraguayern aus dem Ausland auf USD 506 Mio für dieses Jahr. Dieser enorme Beitrag zur Zahlungsbilanz kommt vor allem aus den USA, Spanien und Argentinien. Allein durch die 171 Zahlstellen der 130 Jahre alten US-Firma Western Union zahlen 25.000 im Ausland arbeitende Paraguayer Geld an ihre Verwandten im Lande, wobei aus Spanien durchschnittlich USD 350 je Sendung kommen, aus den USA USD 250, aus Argentinien USD 165. Damit wären die Gastarbeiterüberweisungen zweitwichtigster Devisenbringer nach der Soja.

 

12u Die Devisenreserven des Landes liegen per November 05 bei USD 1,29 Mrd, zu viel, wie ein Volkswirt meint. Den hohen Reserven stehen zu viele Guarani gegenüber, die beim Eingang von Dollar von den Banken in Umlauf kommen. Das habe die Inflation angeheizt, so der Fachmann. Die Zentralbank müsse versuchen, die Reserven auf USD 1,1 Mrd zurückführen, denn das sei die für das Land empfehlenswerte Höhe. Die Deviseneingänge von Privat, sei es Exporteuren, Tourismusbetrieben, Auslandsparaguayern transferieren beim Umtausch Guarani auf den Markt. Die Quelle kommentiert allerdings nicht die Zahlungsbilanz, die ausweist, welche Mengen von Guarani wiederum in Auslandswährung für Importe oder andere Ausgänge getauscht und ggf. bei der Zentralbank stillgelegt werden.

 

11u Die Präsidenten Paraguays und Venezuelas vereinbarten die Lieferung von Dieseltreibstoff aus Venezuela nach Paraguay, wobei 25 % des Wertes auf Kredit auf mindestens 15 Jahre Laufzeit geliefert werden. Der Kredit wird ab dem dritten Jahr getilgt und kostet 2 % Zinsen auf US-Dollar im Jahr. Mit dem gestundeten Geld will die Regierung Biotreibstoffe fördern und Klein- und Mittelbetrieben helfen. Venezuela will auch helfen, die stillgelegte staatliche Erdölraffinerie bei Asuncion zu modernisieren, damit dort venezolanisches Erdöl destilliert werden kann. Mit den Lieferungen soll in einigen Monaten begonnen werden. Das Parlament kann dann entscheiden, ob es das Geschäft, zu dem eine Staatsgarantie verlangt wird, billigen will. Der Staatsbetrieb Petropar, der den Treibstoff  importieren soll, hat kein Geld. Die Präsidenten Duarte und Chavez wollen die Solidarität in Südamerika fördern. Für den Fall, dass die Erdölpreise erheblich steigen, darf Paraguay, wie Kuba, in Waren und Dienstleistungen zahlen. – Der Tankstellenbesitzer Blas Zapag fordert das Parlament auf, eine Staatsgarantie für den Dieselkredit Venezuelas abzulehnen, denn andernfalls würde in 15 Jahren eine zusätzliche Auslandsschuld von USD 2 Mrd aufgebaut, die jetzige Schuld also verdoppelt. – Fantastische Pläne hat der Chef des Exportförderungsbüros. Er will Ware gegen Diesel liefern. Käufer sollen die für die Armen errichteten staatlichen Supermärkte Venezuelas sein. Mit Fleisch zweiter Güte, Pflanzenöl, Hähnchen, Wurst, Bohnen, Milchprodukten, Zucker, auch Biozucker, Süβigkeiten, Baumwollgarn soll der Treibstoff bezahlt werden. Liefern sollen Genossenschaften, die durch das Auβenministerium geschult werden sollen, so der fantastische Plan. Immerhin könnte Venezuela Produkte aufnehmen, die sonst vom Weltmarkt verschmäht werden. Die venezolanische Regierung müsste die Produkte dann mit Subventionen für die Armen preislich zugänglich machen, wenn er denn schon von Staat zu Staat handeln will. 15a

 

12a Eine Krise zieht bei der Zentralbank herauf. Vierzig Mitarbeiter, zum Teil Akademiker mit Auslandsausbildung, wollen die Bank verlassen, weil sie nicht das Vertrauen ihrer Chefin Monica Perez haben, so die Erklärung. Etliche dieser Leute sind mehr als 10 Jahre, einer 26 Jahre bei der Bank. Für Perez ist die Situation ungemütlich, noch schlechter aber für den Staatspräsidenten, der immer wieder gegen alte Seilschaften kämpfen muss, um seine neuen Leute durchzusetzen. Die Zentralbankpräsidentin täte gut daran, dem Präsidenten durch mehr Diplomatie zu helfen. Er fordert nun Haltung von der Zentralbankmannschaft.

 

11u Der Export von Fleisch und Nebenprodukten der Viehzucht wie Leder liegt 2005 75 % höher als 2004 und wird per Jahresende bei einem Wert von reichlich USD 300 Mio liegen. 70 % davon machen die rund 120.000 t Rindfleisch aus, dessen Hauptkäufer Russland mit rund 50.000 Tonnen ist. Eine ständige Drohung ist die Möglichkeit des Auftauchens von Maul- und Klauenseuche. Insider und brasilianische Kreise behaupten, die Möglichkeit sei recht konkret.

 

16u 100.000 l Milch exportiert die Genossenschaft Chortitzer Komitee des Chaco monatlich nach Brasilien, so ihr Leiter in Asuncion Eddy Giesbrecht. Das Geschäft kam mit Hilfe einer US-Organisation für Exportförderung zu Stande. Demnächst sollen Käse und Joghurt folgen. Die ausgezeichnete Qualität der Mennonitenprodukte konnte die brasilianische Konkurrenz beim dortigen  Verbraucher ausstechen.

 

15a Die Zentralbank wird Geldscheine im Wert von G 20.000 in Umlauf bringen. Damit will sie Geld sparen, denn die 10.000er Scheine unterliegen einem starken Verschleiβ und müssen in hohem Maβe ersetzt werden. Hier ergibt sich schon mal eine Ersparnis von 50 %. Auch hapert es momentan mit dem Nachschub an 10.000ern. Für das Publikum ist der 20.000er eine Verbesserung nach 60 Jahren seit der Einführung des Guarani.

 

 

POLITIK, RECHT, BEVÖLKERUNG, SIEDLUNG, GESUNDHEIT, AUSBILDUNG

 

16a Die Hauptorte der beiden wichtigsten Mennonitenkolonien im Chaco, Loma Plata und Filadelfia, erhalten Stadtrecht. Den Gesetzesvorschlag machte der Abgeordnete Hans Thielmann im Unterhaus des Parlaments. Mit der neuen Regelung soll die Verwaltung zu Gunsten der Bevölkerung erleichtert werden. Bisher mussten Gemeindebelange in Villa Hayes bei Asuncion erledigt werden. Senat und Regierung müssen noch zustimmen.

 

16a Staatspräsident Duarte Frutos wies das Angebot der Moon-Sekte, dem Staat 30.000 ha Land zu schenken, damit die Enteignung von 52.000 ha unterbleibt, zurück. Unterdessen weist der Chef der Behörde für Staatsland darauf hin, dass das Enteignungsgesetz falsche Katasternummern enthält und geändert werden muss. Seiner Auslegung nach darf die Regierung die Enteignung in zehn Jahresraten zum Einheitswert zahlen. Der Wert betrage hier G 42.000,  rund USD 7, je Hektar. Mit dieser Auslegung im Widerspruch steht das Investitionsschutzabkommen zwischen Paraguay und Korea, in dem es heiβt, Enteignungen müssen sofort und zum Marktwert bezahlt werden. Der Sektenführer Moon hat die koreanische Regierung hinter sich, die nun steigenden Druck auf Paraguay ausübt, den Fall ordentlich zu regeln.

 

06a Daten der Weltbank weisen nach, dass Paraguay zusammen mit Brasilien und Ländern Südafrikas eine der schlechtesten Einkommensverteilungen weltweit hat und sich unter den zwanzig negativsten Ländern befindet. Das werde durch Angaben wie die hoher Säuglingssterblichkeit bei den Armen und schwierigen Zugangs zu Eigentum am Boden unterstrichen, heiβt es weiter. Dagegen stellt die Weltbank fest, dass 95 % der Kinder Zugang zur Schule haben. - In der Tat verdient ein Straβenhändler ein Fünfzigstel von dem eines Parlamentsabgeordneten. Damit kann er aber immer noch ausreichend essen. Dem Hungertod preisgegeben sind dagegen vor allem abgeschobene Kleinkinder, ein Symptom der Misere einer Randbevölkerung. Der Zugang zu Land dagegen ist einfach. Schon für USD 10 im Monat kann ein Wohngrundstück von 360 qm auf 130 Monatsraten erworben und sofort bezogen werden. Weit mehr muss für den Bus zum Arbeitsplatz aufgewendet werden. Der Abstand zwischen Arm und Reich stieg in der Stroessner-Zeit, nicht durch Verarmung des Volkes sondern durch Bereicherung der Machthaber, vor allem bei den Staatsmonopolbetrieben. Allerdings braucht der Arme am Stadtrand mehr Geld als auf dem Lande. Die Armengürtel um die Städte sind in der Tat eine Zeiterscheinung, in der die Menschen aus einer weitgehend auf Selbstversorgung basierenden ländlichen Gesellschaft in die Geldwirtschaft überwechseln, ohne dort Fuβ gefasst zu haben. Die Zahlen der Weltbank berücksichtigen diese Lage nicht. Sie gehen vom Einkommen aus. Es ist aber ein Unterschied, ob man einen Dollar pro Tag auf dem Lande oder am Stadtrand einnimmt, wo selbst eine Zitrone gekauft werden muss, geschweige denn Maniok bzw. Brot und Milch.

 

06a Vertreter aus drei Kontinenten und der Weltbank nahmen in Asuncion an einem Seminar über öffentliche Trinkwasserversorgung teil. Paraguay ist weltweit an der Spitze bei der Versorgung durch Private, die hier 30 % des Trinkwassers liefern. Dazu reicht ein Tiefbrunnen, meist kaum mehr als 100 m tief, eine Minikläranlage und ein Rohrnetz, prekär entlang den Erdstraβen eingegraben. Vielfach wird ohne Wasserzähler gearbeitet, wobei ein Viertelzollrohr an den Verbraucherhaushalt geführt wird, so dass der Verbrauch gedrosselt ist. So wird monatlich der Gegenwert von ca. USD 2 kassiert. Kein Wunder, dass andere Länder Lateinamerikas, Afrikas und Asiens mehr über das Verfahren wissen wollen. Paraguays Vorteil ist der Reichtum an gutem Grundwasser.

 

01a Rund 16.000 Paraguayer haben Aids. Das sind etwa 0,27 % der Bevölkerung. Bislang sind rund 800 Menschen im Lande an Aids gestorben. Zwei Drittel der Kranken sind Männer. Zur Zeit wird kostenlos mit Medikamenten behandelt. Krank sind vor allem die jüngeren Jahrgänge, 32 % sind zwischen 15 und 25 Jahre alt, 15 % unter 15.

 

 

ERZEUGUNG, VERARBEITUNG, HANDEL, BANKEN, BEFÖRDERUNG, ERZEUGNISSE

 

16a Ein Sprecher der Baumwollkammer rechnet mit einer Ernte von mindestens 300.000 t am Korn, 50.000 t mehr als ein Jahr zuvor, aber etwa gleich wie vor zwei Jahren. Die Erntearbeiten werden ab 15. Januar im Norden des Landes beginnen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind die Bauern mit dem Saatgut zufrieden. Die Saat ist gut aufgelaufen. Dagegen ist der Preis mit G 1.800/kg niedriger als normal. Steigt der Dollar zum Guarani, könnte sich da noch eine Verbesserung für die Bauern ergeben.

 

06a 11 Mio ha Urwald wurden in den letzten 60 Jahren gerodet, davon immer noch 500.000 ha seit 1999. Nur noch 800.000 ha Urwald stehen. Die maschinell betriebene Landwirtschaft, etwa den Sojaanbau, der exzessiven Rodung zu beschuldigen, wird durch Zahlen widerlegt: nur 2 Mio ha werden maschinell bebaut und wurden zu diesem Zweck gerodet, eine notwendige Umwidmung des Landes, wenn man Devisen für notwendige Importe heranschaffen will. Eine nicht kleine Fläche wurde von verzweifelten Waldbesitzern in Weide verwandelt: nur der totale Kahlschlag konnte die Landbesetzer abwehren, denn sie sind auf Holz und nicht auf Ackerland, das reichlich angeboten wird, aus. Im Gegenteil, paraguayische Bauern und Farmbesitzer verkaufen laufend ihre Parzellen an brasilianische Bauern, die dann alte Weide und Maniokfelder in Sojafelder verwandeln, lediglich ein anderer Anbau. Der Verband der Holzindustrie fleht die Öffentlichkeit an, den Resturwald zu retten. Es sei noch nicht einmal das Ziel der Regierung, 30.000 ha im Jahr aufzuforsten, erreicht worden. Trotz allem wird weiter gerodet.

 

13u Das vor einigen Jahren privatisierte Stahlwerk Acepar könnte an den Staat zurückfallen. Ein Parlamentarier will einen entsprechenden Gesetzesvorschlag einbringen. Danach müsse die Privatisierung rückgängig gemacht werden, weil die Käufergruppe um den Unternehmer Stanley vertragsbrüchig geworden sei. Stanley ist auch Präsident des Industrieverbandes Union Industrial del Paraguay. Die Käufer haben den Vertrag mit den Arbeitnehmern nicht eingehalten, heiβt es. Auch seien sie mit den Zahlungen für den Kauf im Rückstand. Sie seien dabei, den Betrieb auszuschlachten, anstatt zu investieren. Seit längerem werde nicht mehr exportiert und mit der Belieferung des Inlandsmarktes sehe es schlecht aus. Die Arbeiter des Werkes stehen nicht auf Seiten der Käufer. Es kam mehrfach zu Zwistigkeiten mit der Betriebsleitung. Ein Teil der Arbeiter hatte bei dem Eigentumsübergang Aktien statt Abfindung erhalten. Auch von dieser Seite könnte der Druck auf Übernahme der Aktien durch den Staat kommen. Das Parlament geht nun erstmal in die Ferien und tritt im Februar wieder zusammen. Vorher ist mit einer Entscheidung nicht zu rechnen.

 

13a Manufactura Pilar, die gröβte Weberei des Landes, ist nach Jahren der Stagnation wegen billiger Ostasienkonkurrenz endlich im Aufwind mit einer Produktion von 10 Mio m Tuch 2005. Ohne Export, der 40 % des Umsatzes ausmacht, wäre diese Menge nicht abzusetzen, so eine Sprecherin der Firma. Im Gegensatz zu anderen Ausstellern hatte die Firma Erfolg auf der jährlichen Ausstellung bei Asuncion, auf der eine gesamte Hauseinrichtung mit Vorhängen, Tisch- und Bettwäsche gezeigt wurde. Die ausländischen Abnehmer sitzen in lateinamerikanischen Ländern sowie Spanien und Portugal. Das meist verkaufte Gewebe ist Stoff für Jeanshosen.

 

02a Für USD 20 Mio errichtete ein Brasilianer ein Kunstlederwerk in Minga Guasu bei Ciudad del Este. Beliefert werden die meisten südamerikanischen Länder und die USA. Es werden 300 Leute beschäftigt. Industrie- und Handelsminister Víctor Bogado forderte die einheimische Kleinindustrie auf, die Möglichkeit zu nutzen, das Erzeugnis zu Taschen, Etuis usw. weiter zu verarbeiten. Der Betrieb soll mit weiteren USD 10 Mio so vergröβert werden, dass 700 Leute beschäftigt werden können. Die monatliche Fakturierung liegt um USD 5 Mio. Der Inhaber lobte die guten Möglichkeiten, sich in Paraguay niederzulassen.

 

 

ÖFFENTLICHE BAUTEN, VERKEHR, NACHRICHTENWESEN, ENERGIE, UMWELT, KLIMA

 

28a Der künftige Hafen in Pilar soll noch besser mit dem Staatsstraβennetz verbunden werden. Zwischen der Hauptstadt des Departements Misiones, San Juan Bautista, und der Asfaltstraβe von San Ignacio nach Pilar gibt es eine Verbindung in Gestalt einer Erdstraβe von 45 km Länge. Die Ortsgewaltigen, Gemeindevertreter und Unternehmer schlossen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft für die Asfaltierung zusammen. Das Projekt ist im Zusammenhang mit dem Bau eines Hafens in Pilar wichtig. Dieser Hafen, kaum je erwähnt, dürfte der wichtigste Flusshafen des Landes werden und wird die gesamte Südwestzone Ostparaguays aufwerten, ein Gebiet, das dünn besiedelt und wirtschaftlich schwach ist.

 

13a America Movil des Mexikaners Slim, mit 84 Mio Handy-Anschlüssen in Lateinamerika einer der Groβen, kaufte sich in Paraguay ein. Kauf und neue Investitionen machen einen Betrag von USD 120 Mio aus. Der gekaufte Betrieb war eine Tochter der Hutchison mit der Marke Porthable. Er wird nun unter dem Namen CTI Móvil auftreten und bietet eine Reihe von Neuerungen an. Er stöβt hier auf die Konkurrenzmarken Telecel, Personal und Vox, die es von nun an schwer haben werden.

 

16a Bei der anhängigen Bohrung im nordwestlichen Chaco stieβ das Gerät bei 1.335 m Tiefe auf eine 4,5 m dicke Sandschicht, die ausreichend Erdöl für die Versorgung des Landes enthält. Schon bei zwischen 600 und 700 m war man auf Erdgas gestoβen. Die Erdölfirma möchte die Bohrung abbrechen und an die Gewinnung gehen. Die Regierung besteht darauf, dass bis auf die geplanten 3.200 m weiter gebohrt wird. Die jetzige Bohrung findet 200 m von einer älteren Bohrung statt, bei der der Gasdruck abfiel, als  die neue Bohrung auf die Gasschicht stieβ. Kurz darauf stiegen die Druckmessgeräte jedoch wieder an. Ob sich Öl und Gas vermarkten lassen, ist vielleicht nicht so sicher. Der Inlandsmarkt ist klein, das Vorkommen sehr abgelegen. Leitungsrohre sind teuer und der Tankwagenweg wäre rund 800 km bis Asuncion. Der Betreiber, eine britische Firma, will sich Ende Januar 06 weiter äuβern. – David Sawatzky, Gouverneur des Departements Boqueron, in dem die Mennonitenkolonien und auch das Erdölgebiet liegen, warnt vor übertriebenen Hoffnungen. Auch will er eine Gebühr auf die fossilen Kohlenwasserstoffe für die Entwicklung seines Departements kassieren. Alle Bodenschätze der Zone, wozu auch Gips und Steine gehören, liegen in Naturschutzgebieten, weshalb nicht einmal Straβen gepflastert werden können. Sawatzky will deshalb eine Anpassung der Umweltgesetze an die Umstände erwirken. In der Tat werden auch die Bohrungen von der Umweltbehörde eng überwacht. – Gemeldet haben sich auch die Behörden der zuständigen Gemeinde Mariscal Estigarribia, die 10 % der Abgaben für sich wollen, dafür einen Teil für die Indianer. Laut Gesetz stehen dem Finanzministerium 11 % des Gasverkaufes und 10-14 % des Erdölverkaufes zu. Weder Gemeinde noch Departement haben bislang ein Recht auf Gebühren aus den Funden.

 

15a Zwei Ausschüsse arbeiten an einem Projekt, in dessen Rahmen eine Wasserleitung vom Rio Paraguay in den inneren Chaco geführt werden soll. Der Gouverneur des Departement Boqueron David Sawatzky kündigte den Austritt der drei Chaco-Gouverneure aus einem der Ausschüsse an, der von der Gattin eines Politikers geleitet wird und bis jetzt vor allem Teiche für die Indianer angelegt hat. Die drei Chaco-Departements wollen im Rahmen des zweiten Ausschusses Corporación Agua para el Chaco CACH die Zusammenarbeit mit Privatfirmen auch im Ausland, u. a.  Deutschland, suchen. Mit ausreichend Wasser ist der Chaco hochproduktiv zu machen, so dass die Kosten der Leitung von mehr als 100 km Länge einbringlich sein dürften.

 

30u Das Crowne Plaza, ein Fünfsterne-Hotel der Intercontinental-Kette, wurde in Asuncion eröffnet. Eigentümer sind Mitglieder der Familie Dominguez Dibb, deren Chef sein Geld mit Zigaretten für Brasilien gemacht hat, aber auch als Präsident eines wichtigen Fuβballvereins durch den Verkauf von Fuβballspielern wie Roque Santa Cruz. Der Mann versucht zur Zeit mit Hilfe eines Neffen, der Stroessners Enkel ist, Chef der Regierungspartei zu werden.

Das Hotel Westfalenhaus mit dem dazu gehörenden Restaurant Piroschka, geführt von der aus Westfalen eingewanderten Familie Friedhelm und Gabi Angersbach, wurde als einziges Hotel in Paraguay mit dem Qualitätszertifikat "ISO 9001" im Jahre 2004 prämiert. Im Januar 2006 wurde das Hotel Westfalenhaus vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Westfalen) offiziell mit 4 Sternen ausgezeichnet.

 

17a Bei Potosí, 800 km von der paraguayischen Grenze, gelangte giftiger Schlamm aus Bergwerken in den Rio Pilcomayo. Das Gift soll paraguayisches Gebiet in etlichen Tagen erreichen. Es wird jedoch nicht mit einem spürbaren Umweltschaden gerechnet. Bolivianische Behörden konnten das Leck in einem Damm nach 12 Stunden schlieβen und einen Teil des Giftschlammes einsammeln. Die paraguayische Umweltbehörde SEAM prüft das Wasser des Pilcomayo.

Wieviele Besucher kamen 2005 aus dem Ausland insgesamt im Vergleich zu 2004 ?
Ausländische Besucher 2004: 280.298 Besucher, davon Deutsche 6.136
Ausländische Besucher 2005: 308.753 Besucher, davon Deutsche 7.032

 

DATEN

 

Wechselkurse am 15.12.05, An-/Verkauf: USD 1 = PYG 6.120/6.140, EUR 1 = PYG 7.050/7.250. - Rinderpreise Auktion 12.12.05 bei Asuncion, G/kg lebend, von-bis: Mastochsen 4.155-4.505, Stiere 3.800-4.645, Kühe 3.300-4.595. - Warenpreise am 15.12.05 in Santa Rita: Sojabohnen G 1.050/kg, Weizen G 600/kg, Mais G 450/kg,  Sonnenblumenkörner G 1.000/kg. - Wetterdaten 01.12.-15.12.05 (Temp. 6, 14 Uhr): 01. 27-33 Regen, 02. 22-35 bedeckt, 03. 25-31 wolkig, 04. 21-36 heiter bis wolkig, 05. 25-19 starker Regen, 06. 18-31 bedeckt, 07. 17-35 klar, 08. 18-36 heiter, 09. 22-38 meist klar, 10. 24-29 Nieselregen, 11. 21-32 klar, 12. 21-37 meist klar, 13. 24-37 klar, 14. 23-38 teils wolkig, 15. 25-38 leichte Schauer. 18.12.05.ub.



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